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Kommunales Engagement zum Erhalt der biologischen Vielfalt

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16.1.2026
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Die Wichtigkeit des Erhalts der Biodiversität rückt verstärkt in den Fokus der deutschen Kommunen. In einer Befragung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) im Auftrag von KfW Research gaben 15 Prozent der Kommunen an, dass sie bereits eine Biodiversitätsstrategie einsetzen. Weitere 18 Prozent erklärten, die Einführung einer solchen Strategie zu planen.

„Die vom Difu im Auftrag der KfW durchgeführte Sonderauswertung verdeutlicht, dass Kommunen naturnahe Infrastruktur und Grünflächen nicht als Luxus ansehen, sondern als Investitionen in Klimaresilienz und Gesundheit der Bevölkerung“, betont Prof. Dr. Jochen Monstadt, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu).

„Dauerhaft können uns nur intakte und vielfältige Ökosysteme mit Rohstoffen, Trinkwasser und Nahrung versorgen und zugleich natürlicher Schutzschild gegen Extremwetter sein. Schon viele kleine, vernetzte Maßnahmen können eine große Wirkung für das Leben vor Ort entfalten. Gute Konzepte allein reichen dafür jedoch nicht aus – eine verlässliche Finanzierung und personelle Kapazitäten sind für den Erfolg unabdingbar.“

Es gibt bereits vielfältige Maßnahmen, die zum Erhalt der Biodiversität eingesetzt werden. So gaben 85 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Kommunen an, dass sie bei der Baumpflanzung oder Baumpflege im Straßenraum aktiv sind, 81 Prozent im biodiversitätsfördernden Grünflächenmanagement. Das heißt, dass sie beispielsweise Wiesen mit heimischen Blühpflanzen anstatt mit Rasen bepflanzen, nur schonend mähen oder auf Herbizide verzichten. 58 Prozent haben in den vergangenen fünf Jahren in die Renaturierung oder die Neuanlage von Gewässern investiert und jeweils 56 Prozent in Sickerflächen in bebauten Gebieten oder in den natürlichen Hochwasserschutz.

Insgesamt 57 Prozent der Kommunen gaben an, dass ihre Ausgaben in dem Bereich in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Zudem rechnet mehr als die Hälfte damit, dass sie in den kommenden Jahren mehr für Biodiversitätsmaßnahmen ausgeben werden. „Angesichts der vielerorts klammen Haushaltslage ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe: In der Befragung nannten 86 Prozent der Kommunen „unzureichende Haushaltsmittel“ als große Herausforderung bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen“, so Studien-Autor Dr. Christian Raffer.

Die Handlungsnotwendigkeit wird an der weltweiten Entwicklung deutlich: Die biologische Vielfalt ist weltweit und auch in Deutschland stark rückläufig. Drei Viertel der Landökosysteme und zwei Drittel der Meeresökosysteme wurden bereits stark beeinträchtigt oder zerstört. Von etwa neun Millionen Arten auf der Erde sind eine Million vom Aussterben bedroht.

Der größte Treiber des Biodiversitätsverlusts ist die Zerstörung natürlicher Ökosysteme insbesondere durch die Landwirtschaft. Weitere Treiber sind die Übernutzung natürlicher Ressourcen (zum Beispiel durch Fischfang und Jagd), der Klimawandel, die Umweltverschmutzung und die Ausbreitung invasiver Arten.

Für die Befragung wurden im September und Oktober 2025 mehr als 1.000 Kommunen mit mehr als 2.000 Einwohnern befragt, wovon sich 289 Städte, Gemeinden und Kreise beteiligt haben. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, vermitteln jedoch einen belastbaren Eindruck der Situation vor Ort.

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