Etwa jedes siebte Unternehmen in der Informationswirtschaft und jedes achte Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe hat im vergangenen Jahr Schäden durch Cyberangriffe erlitten. Das ist das Ergebnis einer Befragung des ZEW – Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, an der sich im Dezember 2025 und Januar 2026 rund 1.100 Unternehmen beteiligten.
Rund vier bis fünf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, finanzielle Verluste infolge von Cyberangriffen erlitten zu haben. Direkte Lösegeldzahlungen kamen mit ein bis zwei Prozent etwas seltener vor. Den Verlust oder Abfluss sensibler Daten mussten etwa drei Prozent der Unternehmen verkraften.
Neben diesen bezifferbaren Schäden gibt es weitere Folgen, die sich nur schwer in Zahlen fassen lassen. Darauf wiesen Teilnehmende der von der Unternehmervereinigung Klima-Frieden Osnabrück und Osnabrück Land e. V. sowie der team neusta Unternehmensgruppe organisierten Veranstaltung „Cyber-Security & Schutz in einer KI-geprägten Welt“ hin.
„Cyberangriffe können enorme finanzielle Belastungen verursachen, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen existenzbedrohend sind“, sagte André Schulte-Südhoff, Vorsitzender der Familienunternehmen Niedersachsen, auf der Veranstaltung. In einzelnen Fällen könnten die Schäden sogar bis zur Insolvenz führen.

Mehrere Teilnehmende berichteten zudem von langfristigen Reputationsschäden. So komme es in einigen Fällen zu einem Verlust von Kundenvertrauen; das „Gehackt-Sein“ wirke häufig wie ein Stigma, das lange über den betroffenen Unternehmen schwebe.
Die Folgen von Cyberangriffen seien auch Motivation für die Initiative gewesen, Unternehmen, Wissenschaft und Behörden enger zu vernetzen, erklärte Christian Wedelich, Geschäftsführer der team neusta Unternehmensgruppe, auf der in den Räumen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgerichteten Auftaktveranstaltung. Ziel sei der Aufbau einer Gesprächs- und Kooperationsplattform, die einen regelmäßigen Austausch sowie praktische Unterstützungsangebote ermögliche.
Unterstützung kommt aus verschiedenen Bereichen: Sonja Flemming vom niedersächsischen Verfassungsschutz, zuständig für den Wirtschaftsschutz, sprach sich ebenso für das Konzept aus wie Michael Wellmer von der Zentralstelle für Cybercrime bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück.
Wie wichtig transparente Kommunikation im Ernstfall ist, betonte auch Ostercappelns Bürgermeister Erik Ballmeyer. Er berichtete von einem Cyberangriff auf die Gemeindeverwaltung, der den regulären Betrieb über längere Zeit lahmgelegt habe. Möglichen Vertrauensverlusten in der Bürgerschaft sei man mit Offenheit und aktiver Kommunikation begegnet.

Auch von wissenschaftlicher Seite erhält die Initiative Unterstützung: Vertreter der Universität Osnabrück signalisierten ihre Bereitschaft zur Mitwirkung.
Das Organisationsteam und die team neusta Unternehmensgruppe wollen die im Rahmen der Veranstaltung gesammelten Informationen und Unterstützungsangebote bündeln und den Teilnehmenden zur Verfügung stellen.
Link zum Programm der Veranstaltung finden sie hier.












